Mobile-Device-Management: Schlechte Noten für Microsoft Exchange ActiveSync
Die Analysten von Berlecon Research haben verschiedene Mobile-Device-Management-Lösungen auf ihre Tauglichkeit und ihren Funktionsumfang geprüft.
Die im Unternehmensumfeld genutzten Mobilfunkgeräte stehen Desktop-PCs inzwischen in vielerlei Hinsicht um nichts nach. Leider bezieht sich dieser Umstand nicht nur auf die verfügbaren Anwendungen und die Rechenleistung. Angesichts der exponentiellen Verbreitung der Westentaschen-Computer in Unternehmen wächst der Druck, die Geräte zentral zu administrieren. Neben der Definition und Durchsetzung von Sicherheitsvorgaben müssen zum Beispiel grundlegende Gerätekonfigurationen und neue Softwareinstallationen beziehungsweise -Updates vorgenommen werden. Der Umstand, dass in Unternehmen häufig unterschiedliche Endgerätetypen von mehreren Herstellern und mit verschiedenen Betriebssystemen im Einsatz sind, erschwert das Management mobiler Devices, das im Idealfall remote und "over the air" erfolgen sollte.
Berlecon Research hat in einem aktuellen Bericht zusammen mit Fraunhofer ESK die zentralen Anforderungen an eine Mobile-Device-Management-Lösung zusammengestellt sowie die wichtigsten Produkte zur Verwaltung mobiler Endgeräte vorgestellt und beurteilt. Demnach sollten Unternehmen, die heute eine Mobile-E-Mail- beziehungsweise Mobility-Lösung einsetzen oder dies zumindest planen, diese nicht nur hinsichtlich des Funktionsumfangs zur Synchronisation von Daten und Anwendungen bewerten. Weitere wichtige Kriterien seien die Möglichkeiten der Softwareverteilung, Remote-Konfiguration, Inventarisierung von Hard- und Software, Backup und Restore sowie Maßnahmen zur Umsetzung der Endgerätesicherheit.
Schlechte Noten erhielt in dem Report "Lösungen für Mobile Device Management - Leistungskriterien, Analyse und Bewertung" Microsoft: Dessen Groupware-Lösung auf Basis des Exchange Server 2003 (mit Service Pack 2) bietet zwar die Möglichkeit, ohne Einsatz zusätzlicher Middleware E-Mails und Groupware-Daten auf mobile Endgeräte mit integriertem Active-Sync-Client zu synchronisieren. Das implementierte Device-Management beschränkt sich jedoch auf rudimentäre Sicherheitseinstellungen auf den Endgeräten, grundsätzliche Leistungsmerkmale wie Softwareverteilung, Remote-Konfiguration, Inventarisierung oder Backup sind laut Berlecon und Fraunhofer ESK bei Microsoft Exchange ActiveSync nicht gegeben.
Mit anderen "Unzulänglichkeiten" wartet laut Studie die Blackberry Enterprise Solution von Research in Motion (RIM) auf: Die Push-Mail-Lösung wartet mit umfangreichen Device-Management-Funktionen wie Softwareverteilung, Inventarisierung oder die zentrale Definition von Sicherheits-Policies auf. Die meisten davon sind aber nur für die Original-Blackberry-Handys und nicht für andere Endgeräte nutzbar.
Lobend erwähnt wird in der Gruppe "Synchronisierungslösungen mit Device-Management-Funktionalitäten" außerdem das Produkt "OneBridge" von iAnywhere. Der dazugehörige Client ist für zahlreiche Betriebssysteme verfügbar, der Synchronisationsdienst unterstützt etwa Softwareverteilungs- und Inventarisierungsfunktionen. In punkto Sicherheit sind allerdings wichtige Features nur ansatzweise integriert. Die Möglichkeit, Policies zu definieren, fehlt laut Studie ganz.
Im Vergleich dazu wesentlich umfangreicher präsentiert sich die ebenfalls von iAnywhere angebotene, reine Device-Management-Lösung "Afaria": Das ursprünglich für die reine PC-Welt konzipierte Produkt unterstützt fast alle geforderten Leistungsmerkmale – im Gegenzug fällt der Aufwand für die Administration jedoch deutlich höher aus. Entsprechend interessant könnte nach Ansicht von Berlecon die angekündigte Kombination der beiden Produkte sein, ein Erscheinungstermin sowie Details zur konkreten Umsetzung stehen allerdings noch nicht fest.
http://www.computerwoche.de/knowledge_center/wireless/594450/
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