Spionage durch Blackberrys?
Der für die innere Sicherheit in Frankreich zuständige SGDN hat den Mitgliedern der neuen Regierung von Nicolas Sarkozy die Benutzung ihrer Blackberrys untersagt. Die Berater treibt die Angst um, fremde Geheimdienste könnten die Beratungen im Elysée ausspähen.
![]() Daten lesbar? Der Blackberry-Hersteller weist den Verdacht zurück |
Spionage durch Blackberry?
Die französische Regierung hat die Nutzung von Blackberry-Telefonen wegen drohender Ausspionierung durch angelsächsische Geheimdienste verboten. Die Nutzung der Geräte des kanadischen Herstellers Research in Motion (RIM) sei den Mitarbeitern in allen Ministerien, im Regierungssitz Matignon und dem Elysée-Palast des Präsidenten untersagt worden, berichtete die Zeitung "Le Monde". Grund sei die Tatsache, dass alle Blackberry-Daten über Server in den USA und in Großbritannien laufen. Paris fürchte, dass der US-Geheimdienst NSA, der weltweit Kommunikationswege überwacht, damit Zugriff auf geheime Regierungsdaten bekomme. Das dem Premierminister unterstellte Generalsekretariat für nationale Verteidigung (SGDN) habe die Anweisung mehreren Regierungsstellen zugeleitet, hieß es in dem Bericht. Risiko des DatenabfangsDamit wurde demnach eine schon vor 18 Monaten gemachte Vorgabe zum Regierungswechsel im vergangenen Monat erneuert. SGDN-Vertreter Alain Juillet, der für Wirtschaftsspionage zuständig ist, sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Es gibt immer ein Risiko, dass Daten abgefangen werden, ganz gleich, ob es sich um Regierungsstellen oder Unternehmen handelt." Blackberry-Telefone können E-Mails von einem Server empfangen. Dieser Dienst wird weltweit von rund acht Millionen Abonnenten genutzt. Das Bundesamt für Informationssicherheit hatte im Oktober 2005 vor Sicherheitslücken gewarnt, da es die theorerische Möglichkeit gebe, dass Dritte auf die E-Mails zugreifen könnten. RIM wies den Verdacht zurück und betonte, dass alle Daten verschlüsselt seien. Dieser Schlüssel bleibe ausschließlich in der Umgebung des Kunden und könne nicht von einem Blackberry-Server aus gelesen werden. http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID6968546_REF1,00.html
London - Die Bedrohung sei "sehr real", erfuhr die "Financial Times" aus dem Umfeld der Regierung. Der Sicherheitsdienst befürchte, dass geheime Sitzungen leicht von fremden Geheimdiensten abgehört werden könnten. Da die Blackberry-Server in den USA und in Großbritannien stationiert seien, habe man nicht unter Kontrolle, was mit den sensiblen Daten geschehe.
Eine unter Verschluss gehaltene Studie habe vor zwei Jahren ergeben, dass die Blackberry-Software erhebliche Sicherheitslücken aufweise, berichtet die Zeitung. Alain Julliet, unter anderem Berater in Sachen Wirtschaftsspionage, habe die Studie angeregt, weil der US-Banker beobachtet hatte, wie sie zu Beginn von Konferenzen ihre Blackberry-Geräte auf den Tisch legten und die Batterien entfernten.
Die Anweisung stelle für Sarkozy und sein Kabinett einen empfindlichen Einschnitt da, erklärt das Blatt. Einzelne Minister hätten sich bereits beschwert, dass der SGDN zwar forsch mit dem Bann der Geräte vorpresche, aber bislang wenig unternommen habe, um Alternativen bereitzustellen. |





